Die Geschichte und Zukunft von Schach in Österreich

%d0%ba%d0%b5485Schach ist weltweit das älteste strategische Brettspiel, welches auch heutzutage noch aktiv gespielt wird. Um den exakten Ursprung des Schachspiels ranken sich verschiedene Erzählungen und Mythen. Geschichtsforscher sind sich uneinig, wann das beliebte Strategiespiel zum ersten Mal aufkam. Vermutet wird, dass Schach zwischen dem dritten und sechsten Jahrhundert entstanden ist. So wie wir das Spiel heute kennen, wird es allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert gespielt – man spricht dabei vom modernen Schach. Doch wo liegen die Wurzeln des Klassikers?

Die Entstehung des Schachspiels lässt sich nicht auf eine einzige Person oder einen festen Zeitpunkt zurückführen. Aufgrund der Komplexität und der kulturellen Vielfalt wird angenommen, dass mehrere Völker an der Erfindung des Schachs beteiligt waren und es entscheidend beeinflusst haben. Möglich ist auch, dass Schach auf andere ältere Spiele wie das indische Würfelspiel „Ashtapada“ oder das schachverwandte „Xiangqi“ aus China zurückzuführen ist. Allerdings weichen hier die Regeln und Strategien weit vom bekannten Schach ab, sodass sich ein Zusammenhang nicht hundertprozentig belegen lässt.

Über Erfindung des Schachs existieren zahlreiche Legenden und Geschichten, hauptsächlich aus dem arabischen und persischen Raum. Der wohl bekannteste Mythos ist die sogenannte „Weizenkornlegende“ über den angeblichen Erfinder des Schachs namens „Sissa ibn Dahir“, die vielfach als Hommage an das Schachspiel oder als Sozialkritik interpretiert wird.

%d0%ba%d0%b5486Geschichtsforscher sind sich darüber einig, dass Schach in seiner ursprünglichen Form in Indien entstanden sein muss. Damals existierten einige Spielweisen für das Strategiespiel, die sich durch verschiedene Spielfiguren bis zu unterschiedlich großen Spielbrettern voneinander abgrenzten. Auch in China wurden zu einem ähnlichen Zeitpunkt Schriften gefunden, die auf die Entstehung des Schachspiels hindeuten. Aufgrund des damaligen kulturellen Austauschs der beiden Länder lässt sich vermuten, dass beide Kulturkreise erheblich zu der Entwicklung des Schachs beigetragen haben. Damals wurde jedoch mit komplett anderen Regeln als heutzutage gespielt, das Spielprinzip lässt sich nur schwer vergleichen.

In Europa fand das Schachspiel auf verschiedene Wege seinen Einzug. Zunächst wurde es über Konstantinopel eingeführt, wanderte schließlich weiter nach Russland und wurde im neunten Jahrhundert in Spanien gespielt. Die älteste bekannte Niederschrift des Regelwerks in europäischer Sprache wurde im zehnten Jahrhundert gefunden. Der deutschsprachige Raum kam zum ersten Mal im Zeitraum um das Jahr 1050 mit dem Schachspiel in Kontakt. Seit Beginn des 13. Jahrhunderts wurde das Schachspiel in Europa immer beliebter, unter Rittern war es zur damaligen Zeit besonders populär.

Eine entscheidende Veränderung der Spielregeln fand zum Ende des 15. Jahrhunderts hin statt. Die Gangart einiger Spielfiguren wurde schneller und weitläufiger, wodurch sich die Dame von einer damals relativ unbrauchbaren Figur in eine der mächtigsten Figuren verwandelte. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Schach zum Lieblingsspiel des damaligen Bürgertums, seitdem änderten sich die Regeln kaum. Dieser Bekanntheitsgrad wuchs immer weiter an, im 20. Jahrhundert fand bereits die erste Schacholympiade statt. Internationale Schachturniere wurden immer öfter ausgetragen, Schach galt nun als Sportart.

Heutzutage gehört Schach zu den beliebtesten Brettspielen weltweit. Auch in Österreich erfreut sich das Strategiespiel einer wachsenden Popularität. Der Österreichische Schachbund existiert seit 1946, welcher für die Organisation von rund 500 Schachvereinen in ganz Österreich verantwortlich ist. Seit 1947 finden regelmäßige Meisterschaften statt und die oberste Spielklasse in Österreich ist die Schach-Bundesliga.

Schach ist somit trotz seiner langen Historie bei den beliebtesten Brettspielen immer noch weit oben anzusiedeln und wird wohl auch in Zukunft immer ein zeitloser Klassiker bleiben.